Freitag, 24. August 2012

Nachtrag zu Respektverlust gegenüber der Polizei

In meinem Beitrag zum Respektverlust gegenüber der Polizei habe ich beschrieben, was mir mit den Ordnungshütern widerfahren ist, als ich versuchte einen Busfahrer anzuzeigen. Da ich schon den Anspruch der Fairness in meinen Beiträgen habe, informierte ich via Mail die Pressestelle der Münchener Polizei über diesen Beitrag. Ich bot ihnen in dieser Mail an, dass ich eine Stellungnahme auf meinem Blog veröffentlichen würde, würden sie es wünschen. Statt einer Stellungnahme bekam ich aber gestern einen Brief vom Polizeipräsidium, Abteilung Personal:

"Sehr geehrter Herr...

wir haben Ihr Schreiben erhalten und werden die Angelegenheit überprüfen.

Sie werden sicher verstehen, dass wir den Sachverhalt erst bewerten können, wenn unsere Ermittlungen dazu abgeschlossen sind. Erfahrungsgemäß nimmt das einige Zeit in Anspruch, weshalb wir für evtl. auftretende Verzögerungen um etwas Geduld und Ihr Verständnis bitten.

Das Ergebnis unserer Überprüfung werden wir Ihnen so bald wie möglich mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen
..."

Ich bin dann mal gespannt!
Ach ja, auf dem Briefumschlag der Polizei ist ein Stempel zu sehen, der mit den Worten "Hören Sehen Handeln" für Zivilcourage wirbt. Irgendwie musste ich bei dem Anblick schmunzeln.

Sonntag, 19. August 2012

Critical Mass München

Ja, es war mal wieder ein sehr schöner Abend! Das Wetter hat uns in die Karten gespielt und die Leute waren - wie fast immer - alle sehr nett. 



Pünktlich (wie immer mit 30 Minuten Verspätung) sind wir los gefahren und haben nach 1,5 Stunden Fahrt gemeinsam noch ein Bier an der Isar getrunken. Mein persönliches Highlight war Susi - das heißt, das Geschenk von Susi: goldene Ventilkappen für mein Patria. Sehen echt gut aus. ;)


Es sind dieses Mal zwischen 40 und 50 Radfahrer dabei gewesen. Selbst der berühmte Radl-Rambo, über den die Presse ja so gerne berichtet, ist gekommen. 

Foto bei Susi geklaut - Link siehe oben. Sorry, Susi ;)

Mittwoch, 15. August 2012

BikeKitchen München im Radio

Auf der letzten BikeKitchen am Donnerstag den 09.08.2012 war der Bayrische Rundfunk zu Besucht.

Das Ergebnis findet ihr hier.

Sonntag, 12. August 2012

Respektverlust vor der Polizei


Viele Polizisten beklagen den Respektverlust der Bürger vor dem Beruf des Polizistens.
Das dieses ein Problem für die Ausübung der dienstlichen Pflichten des Beamtens darstellt, ist sicherlich richtig und bedauerlich. Alles Meckern und Beklagen ist aber nicht zielführend. Die Polizei sollte sich mal hinsetzen und fragen woran das liegen mag. Videospiele wie Ego-Shooter sind wohl eher vorgeschobene Erklärungen für diese Problematik. Mit diesen Erklärungen kann man die Schuld sehr einfach auf Andere abwälzen, ohne sich selber an die eigene Nase packen zu müssen.

Berichte wie „Polizeiinspektion Ismaning wehrt sich gegenRadl-Rambos“, welcher laut meiner Information von einem Polizisten geschrieben wurde und nun selbst innerhalb dieser Inspektion für Furore sorgt, und „Fahrradclub verlässt Expertenkreis“, sind auch nicht gerade hilfreich für diese Problemlösung. Sowohl in Köln als auch in München findet die Polizei es aber sehr hilfreich, sich hinter Mauern und Ampeln zu verstecken um Fahrradfahrer eines Verkehrsdeliktes zu überführen. Natürlich ist es wichtig und richtig Rotlichtverstöße und Nachtfahrten ohne Licht zu ahnden. Die Frage ist aber nach dem WIE. Für eine solche Aktion ist eine gefühlte Hundertschaft nicht nur übertrieben, sondern sorgt auch noch für ein bedrohliches Bild beim Bürger. In Köln ist mir immer sehr stark aufgefallen, dass teilweise selbst zwielichtige Gestalten mit sehr luxuriösen und überaus teuren Fahrrädern unterwegs sind. Wird eine solche Person dann von einem, hinter der Litfaßsäule versteckten Beamten angehalten um dann wegen eines Verkehrsverstoßes ermahnt zu werden, währe die Kontrolle des Fahrrades, ob es als gestohlen gemeldet wurde, nicht nur ein Einfaches, sondern auch noch sinnvoll. So würde die, meiner Meinung nach, nutzlose Codierungsaktion seitens der Polizei und des ADFC auch einen Sinn ergeben. Bei dem Kraftverkehr wird das standartmäßig immer so gemacht. Beim fahrradfahrenden Bürger würde eine solche Kontrolle dann sicherlich auch ganz anders aufgefasst werden. Und für die Fahrraddiebe währe es sicher eine Abschreckung. Ein Polizist mit dem ich mich diesbezüglich mal unterhalten habe, gab mir Recht und meinte, dass es technisch überhaupt kein Problem wäre. Er würde sich aber außer Stande fühlen „ein gutes, von einem billigen Fahrrad unterscheiden zu können“. Das ist natürlich absoluter Blödsinn, da man zu Einen standartmäßig einfach alle Fahrräder kontrollieren sollte, zum Anderen es zur Ausübung seines Jobs gehört, solche  Bildungslücken zu füllen. Wenn in meinem Beruf etwas neues auf dem Markt kommt, kann ich meinem Chef auch nicht sagen, dass ich mich damit nicht auskenne. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten diese Wissenslücken zu schließen. Es gibt den ADFC, der sicherlich den Polizisten hierbei unterstützen würde. In München gibt es die BikeKitchen, welche man nett fragen könnte. In Köln gibt es die Mülheimer Fahrradgruppe und einige sehr kompetente Fahrradblogger. Also liebe Polizei, wenn das Euer Problem ist, stelle ich hiermit auch mein Fachwissen offiziell und kostenlos zu Verfügung. Eine E-Mail an die o.g. Adresse reicht.

Meinen persönlichen Respekt vor den Ordnungshütern habe ich dann heute endgültig verloren. Um das aber zu erklären, muss ich schon am vergangenen Freitag anfangen: dienstlich war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Ich befuhr die Feringastraße Richtung Münchener Straße. Natürlich auf der Fahrbahn, ist doch der Bürgersteig nicht für den Radverkehr freigegeben. In einer Kurve wurde ich von einem Busfahrer sehr knapp und auf sehr gefährlicher Art und Weise überholt. Passiert ist mir zum Glück nichts, was ich sicherlich meiner Erfahrung in solchen Situationen zu verdanken habe.



Ich habe mich natürlich sehr stark über das Verhalten des Busfahrers geärgert und wollte diesem Ärger mit einem Beschwerdeanruf bei den zuständigen Verkehrsbetrieben Luft machen. Dort hat man mich sofort abgewürgt und mir gesagt, ich solle zu Polizei gehen. Ok, wenn die das so wollen, dann sollte ich das auch so machen, dachte ich mir. Einen Polizisten, der auf meinem weiteren Weg parkend auf einem benutzungspflichtigen Radweg stand, habe ich dann auch angesprochen und ihn gefragt, wie ich das denn nun am besten anstellen würde und ob ich das auch in München machen können, obschon die Zuständigkeit bei der Polizeiinspektion Ismaning liege. Der Beamte sagte mir in einem sehr unfreundlichen Ton, dass man schon erwarten können, dass ich mir den Weg nach Ismaning mache. Auf meine Nachfrage und der Erklärung dass dieses einen Umweg von 20 Km für mich bedeuten würde, wiederholte er seinen Satz mit einem noch unfreundlicheren Ton. Dennoch meinte ich herausgehört zu haben, dass theoretisch auch die Inspektion München-Bogenhausen so etwas aufnehmen könnte. Nach meiner Arbeit bin ich dann zur Inspektion Bogenhausen gefahren und wollte dort die Anzeige aufnehmen lassen. Der Beamte entschuldigte sich nach meiner Beschreibung der Situation damit, dass er eine solche Anzeige noch nie entgegengenommen habe und keine Ahnung davon hat, wie er nun verfahren solle. Er würde aber sofort einen kompetenteren Kollegen schicken. Das tat er auch. Dieser kompetentere Beamte wollte nicht einmal hören um was es genau ging. Auch mein Video hat er sich nicht anschauen wollen. Statt dessen erklärte er mir, dass diese Polizeiinspektion nicht über die Mittel und die Kompetenz verfüge, diese Anzeige aufnehmen zu können. Ich solle mich an die VPI-VA, eine Dienststelle die wohl für Verkehrsdelikte zuständig sei, wenden. Oder ich habe die Möglichkeit zu warten bis ein Kollege komme, der über die dementsprechenden Kompetenzen verfügen würde. Das würde aber mindestens eine Stunde dauern. Aber eigentlich sei sowieso die Dienststelle in Ismaning zuständig und ich solle mir überlegen alles auf sich beruhen zu lassen, hieß es weiter. Er wetterte dann noch gegen Fahrradfahrer und ich solle mir als Radler doch erst einmal selber an die eigene Nase fassen, bevor ich einen Busfahrer beschuldigen würde. Das ganze Gespräch verlief also seitens des Beamten sehr unfreundlich und herablassend ab. Nun wollte ich es natürlich genauer wissen und rief die besagte Dienststelle VPI-VA an. Ich wollte schließlich nicht wieder weg geschickt werden. Dort fragte man mich woher ich kommen würde und stellte mein Telefonat sofort zur Dienststelle Bogenhausen durch, da diese für mein Wohnort zuständig sei. Ich hatte keine Chance dagegen etwas zu sagen, hatte dafür aber den Beamten am Telefon, der mir kurz vorher die Entgegennahme der Anzeige verweigert hat. Nun steigerte sich die Unfreundlichkeit des Beamten ins Bodenlose. Er wollte mir nicht einmal korrekt seinen Namen nennen, was er aber dann doch nuschelnder Weise und sehr widerwillig nach einer weiteren Nachfrage machte. Auf seine unfreundliche Art angesprochen, und dass ich mich von ihm als Fahrradfahrer diskriminiert fühle, sagte er nur: „Ich bis Polizist und diskriminiere daher nie jemanden!“. Nun hatte ich den sprichwörtlichen Kaffee auf. Ich rief in der Dienststelle der Ismaninger Polizei an. Dort hatte ich eine wirklich sehr nette Polizistin am Telefon. Ich hatte sogar das Gefühl verstanden und ernst genommen zu werden. Nach meinem Erfahrungsbericht meinte sie, es sei schon sehr interessant für sie so etwas zu erfahren. Bevor ich aber nun mit dem Radl ganz nach Ismaning fahren würde – immerhin sei es ja schon 22:00 Uhr – wolle sie noch einmal mit einem Kollegen sprechen. Sie würde mich gleich wieder anrufen. Einige Minuten später klingelte tatsächlich das Telefon. Dieses Mal war ein Mann am Telefon. Wieder sehr unfreundlich. Mir wurde von ihm gesagt, er habe gerade mit Bogenhausen telefoniert. Ich solle mich an deren „Anweisungen“ halten - Tschüß.

Einen Tag später habe ich dann mit einer Bekannten darüber gesprochen, die selber Polizistin ist. Sie meinte, dass eigentlich wirklich die Polizei in Ismaning zuständig sei, ich aber auf jeden Fall die Möglichkeit habe, in Bogenhausen die Anzeige aufnehmen zu lassen. Es sei aber unglaublich wie sich einige ihrer Kollegen verhalten würden. Da ich natürlich eher einer fachkundigen Bekannten traue, als einem unfreundlichen und frechen Polizisten, bin ich heute dann zur Polizei nach Ismaning gefahren.

Dort hörte man sich mein Anliegen an und versuchte mich davon zu überzeugen, dass 1. nicht Ismaning zuständig sei, sondern Bogenhausen und 2. ich unverrichteter Dinge wieder fahre solle, da „Immerhin würde ein Busfahrer doch einen scheiß Job haben und zudem auch noch sehr wenig Geld verdienen“. Selbst nach Vorführung des Videos konnten die Beamten keinen Grund zur Handlung feststellen. Aber nach meinen Hinweis auf §1 der StVO kamen sie nun aus der Nummer nicht mehr raus. Man nahm den Fall sehr widerwillig auf und wurde langsam aber sicher arrogant. Einer der beiden diensthabenden Beamten sagte sogar „Ihr Fahrradfahrer fahrt alle ständig gegen die Vorschriften und wie ihr wollt!“ und „dieses Dienststellenhopping sei eh ein Affentheater!“ – die Vorwürfe und Frechheiten nahmen also kein Ende.  Nun konnte ich natürlich auch nicht mehr an mich halten und habe mich bei ihm über seine Verallgemeinerungen und seine absolut inakzeptable Gesprächsführung beklagt. Aber mit der Aussage, dass ich von einer Dienststelle zur anderen geschickt werden würde und das ein Affentheater sei, gab ich ihm natürlich noch Recht.

Ein Gutes hat diese Geschichte: wenn ich noch einmal von einem Polizisten belehrt werden sollte, frage ich sofort, ob er von der VPI-VA sei. Wenn nicht, kann ich das Gespräch nun abbrechen, denn der Umkehrschluss von den verschiedenen Aussagen der Beamten ist ja, dass nur die Kollegen der VPI-VA Ahnung von der StVO und die dementsprechenden Kompetenzen haben.

Als Radfahrer fühle ich mich nun wie ein Atommüllendlager behandelt: jeder weiß dass man um ihn nicht rum kommt, aber keiner will ihn in seinem Zuständigkeitsbereich haben! 

Freitag, 10. August 2012

Lindwurmstraße und der Versuch


Kommentar von Andreas Schuster, Leider des Mobilitätsbereichs bei Green City e.V.

"Wir machen es einfach!", dieses Motto von Green City e.V. scheint in letzter Zeit bei den Verantwortlichen der Stadtverwaltung Gehör zu finden. Am Rotkreuzplatz wurde im Frühjahr eine Autospur für den Radverkehr versuchsweise freigegeben. weiter lesen...

Bitte alle "Gefällt mir" auf http://www.facebook.com/RadwegLindwurmstrasse klicken ;)

Mittwoch, 8. August 2012

Critical Mass


Wann:                    17.08.2012 / 2o:oo Uhr

Wo:                        Theresienwiese - am Fuße der Bavaria

Wer:                       alle die ein Fahrrad haben und den Grundgedanken einer Critical Mass teilen

Was mitbringen:     ein Fahrrad, Licht und vielleicht ein Bier für später ;)

Donnerstag, 2. August 2012

Nachtrag zu "KVR und Polizei in gemeinsamer Sache"

Ich habe im Bezug des Flyers "Entspannt Mobil" den zuständigen Sachbearbeitern (die, die auch im Flyer angegeben waren) eine Mail zukommen lassen. Ich habe diese Herren in meiner Mail gebeten, sich meines Verständnisproblems anzunehmen und mich aufzuklären. Heute bekam ich dann diese Antwort vom KRV (Kreisverwaltungsreferat):     

"Sehr geehrter Herr ...,

wir bedanken uns für Ihre Zuschrift und bedauern,  dass Sie den Textabschnitt zu den Signalanlagen in Verbindung mit den Bildern als uneindeutig empfinden. Wir haben Ihre Kritik aber zur Kenntnis genommen, und werden versuchen, in der nächsten Auflage Text und Bildauswahl ggf. noch weiter zu konkretisieren.

Zu Ihrer Frage im Schreiben vom 25.07.12 dürfen wir folgendes ausführen:

Unser Ziel war, die komplexe Thematik zu Signalanlagen im Flyer so überschaubar und nachvollziehbar wie möglich darzustellen. Wenn man die drei Textabsätze auf der Seite als aufeinander aufbauend betrachtet, sind damit auch die weitaus meisten Praxisfälle in München abgedeckt. Dabei natürlich immer das Bewußtsein vorausgesetzt, dass ein Flyer in der Tasche nicht  von verantwortungsbewusstem und situationsangepasstem Verhalten im Straßenverkehr entbindet. Es gilt die Straßenverkehrsordnung.

Wir hielten es nicht für zielführend, eine mehrseitige bürokratische Abhandlung über signalgeregelte Knotenpunkte herauszugeben, die jeden erdenklichen theoretischen Fall abzudecken versucht, sondern wollten knapp und prägnant die wichtigsten Regeln darstellen und einen kleinen Leitfaden für die Praxis an die Hand geben. Die Gesetzesnovelle haben wir darin  schon berücksichtigt.

Aus Sicht des ADFC ist die Darstellung dieser komplexen verkehrsrechtlichen Problematik im Flyer ausdrücklich gut gelöst.

Sollten Sie trotz der Sorgfalt bei der Signalsteuerung (mehr als 1100 Anlagen sind in München in Betrieb) Örtlichkeiten kennen, an denen die Signalisierung des Radverkehrs oder auch anderer Verkehrsarten aus Ihrer Sicht missverständlich oder unklar ist, melden Sie diese bitte an: verkehrssteuerung.kvr@muenchen.de, dann überprüfen wir die Anlagen und bessern erforderlichenfalls nach."

Ok, damit ist meine Frage nicht beantwortet worden und ich bin so schlau wie vorher. Würde ich der Person, welche mir diese Mail geschrieben hat - wer auch immer das war, da weder ein "Mit freundlichen Grüßen", oder wenigstens nur der Name des Verfassers dieser Antwort dabei stand -, ernst nehmen, müsste ich  im Bezug auf den letzten Absatz nun einige Lichtsignale melden. Natürlich werde ich das nicht tun, da ich ein anständiger Radlrambo bin. Und da diese Antwort auch in Kopie an die anderen im Flyer angegebenen Sachbearbeiter ging, werde ich wohl ohne wirkliche Antwort klar kommen müssen. Mein kleiner Blogeintrag wurde aber heiß diskutiert - vor allem auf Facebook in der Gruppe der Critical Mass München. Ich werde mich nun an die Meinung der fachkundigen Leser halten - hervorzuheben ist da besonders Shining Raven, ein Stammleser dieses Blogs.