Hamburg Hbf bis München Hbf per Deutschen Bahn und der Mitnahme eines Fahrrades – so war der Plan. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, den Fahrschein über die i-Phone Applikation der Deutschen Bahn zu kaufen, denn die Fahrradmitnahme mag dieses App anscheinend nicht, habe ich die Tickets auf die schon fast altmodische Art, dem Internet, gekauft. Das war am 25.06.2011. Am Dienstag den 19.07.2011 war es dann soweit. Laut Zugverbindung sollte ich um 11:55 Uhr in Hamburg auf Gleis 14 losfahren, eine Std. später in Uelzen Umsteigen, um dann nach zwei weiteren Umstiegen in Magdeburg Hbf und Leipzig Hbf, um 22:44 Uhr in München anzukommen. 10 Minuten vor Abfahrt des Metronoms nach Uelzen stand ich am Bahnsteig. Aber nach einer Lautsprecherdurchsage, die eher ein Hauchen als eine Informationsweitergabe und somit auch nicht zu verstehen war, vergewisserte ich mich aber lieber nochmals, ob ich auch wirklich am richtigen Bahnsteig stand. Der Blick auf der Anzeige brachte mich aber nicht wirklich weiter, da zum Einen der Metronom nicht mehr angezeigt wurde, zum Anderen mir aber auch keine weiteren Informationen zu Verfügung gestellt wurden. Ich bin darauf hin zur Information und wollte eine neue Verbindung haben. Die Dame an der Info war zwar sehr nett, musste aber mühevoll von mir davon überzeugt werden, dass meine Zugbindungspflicht aufgehoben wird. Als ich ihr den Hinweis gab, dass die Lautsprecher auf Gleis 14 nicht zu verstehen sind, sagte sie mir, dass dieses Problem schon bekannt sei und man auch schon nach einer Lösung suche. Ich verkniff mir den Kommentar, dass man vielleicht einfach die Lautstärke höher drehen, oder wenn das nicht geht, den Lautsprecher auswechseln sollte. Ich bekam die Aufhebung der Zugbindungspflicht und den Rat, ich solle um 12:46 Uhr die Zugbegleitung des IC 2311 auf Gleis 14 ansprechen und fragen, ob sie noch einen Platz für ein Fahrrad frei haben, weil es ja sein kann, dass jemand die Fahrt nicht angetreten ist und somit die Beförderung für mich möglich sei. Angeblich seien alle Fahrradstellplätze für alle Züge an diesem Tag schon vergeben. Das tat ich auch. Die dementsprechende Zugbegleiterin hatte aber keine Zeit für mich und gab mir dieses auch auf eine nicht sehr nette Art zu verstehen. Sie schlug mir die Tür vor meiner Nase zu. Bei der Abfahrt dieses Zuges konnte ich aber in das Fahrradabteil einsehen und musste feststellen, dass keiner dieser doch angeblich voll belegten Stellplätze belegt war. Eine weitere Stunde des Wartens kam dann der IC 2329 in Hamburg an, der mir auch von der Information empfohlen wurde. Hier habe ich nicht einmal eine Zugbegleitung entdecken können und entschied mich einfach einzusteigen. Ich hatte Glück – von den 16 Fahrradstellplatzen, die ja alle ausgebucht sein sollten, waren gerade einmal 5 Reserviert und davon auch nur 2 besetzt.
In beiden Bummelzügen wurde ich kontrolliert und in beiden Zügen machten die Zugbegleiter sehr große Augen, als sie meine Fahrkarten sahen. Einer der Zugbegleiter empfand das Verhalten der Deutschen Bahn sogar als Frechheit und gab mir gleich ein „Fahrgastrechte-Formular“. Laut seiner Meinung hätte ich auf jeden Fall das Anrecht auf ein Hotelzimmer gehabt.
Fazit: wo Information drauf steht, muss noch lange keine Information drin sein – zumindest gilt das wohl für die Deutsche Bahn.
6 Kommentare:
Horror! Bahnfahren kann ja so richtiger Spaß sein ... kann ich auch ein Lied von singen! Mach folgendes: Fahrgastrechte-Formular ausfüllen, dazu Deinen Blog-Text als ausführliche Beschreibung der Odysee und ab damit. Du wirst mit Sicherheit eine Entschädigung in Form eines Reisegutscheins bekommen. Dazu würde ich noch nach Bahnforen o.ä. gucken und das z.B. auch mal dem adfc und/oder der Presse stecken.
Moin Marco,
ich habe mich erst einmal über das Formual auf der Website der Bahn beschwert. Mal schauen was daraus wird. Ich werde berichten.
Mit deinem Bericht wäre wohl mal wieder alles Klischeehaft erfüllt, was einem beim Bahnfahren so alles passieren kann.
Kannst es ja an ne Zeitung weitergeben, die freun sich vielleicht ^^
Diese Odysse eignet sich doch perfekt für eine Beschwerde an die Europäischen Kommission. Die IC Verbindung scheint ja wohl keine zumutbare Alternative zur ICE Verbindung zu sein:
http://www.adfc.de/ice/Fahrradmitnahme-ADFC-macht-Druck
Uaaaah! In 20 Stunden von HH nach M, na toll! Und nur, weil du dein Fahrrad mitnehmen wolltest...
Ich hab schon ähnliche Horrorgeschichten erlebt, aber nicht so schlimm während nur einer Fahrt.
Es gibt doch diese Fahrgastvereinigung ("Pro Bahn"??), die interessieren sich vielleicht auch dafür bzw. können dir weiterhelfen.
Der CNL 1287 mit Fahrradmitnahme fährt Hamburg Hbf ab um 21.26 Uhr und erreicht München Hbf um 7.04 Uhr - ohne Umsteigen. Allerdings sind alle Plätze reservierungspflichtig.
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