Samstag, 30. Oktober 2010


Heute war mal wieder so ein Tag …


… an dem ich wirklich einige Autofahrer hätte treten können. Um 18:45 Uhr habe ich mich heute mit dem Fahrrad auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gemacht. Von meiner Arbeitsstelle in Unterföhring bis zu mir nach München-Denning sind es exakt 5,0 Km. Gleich nach dem ersten Km kam mir ein Taxi entgegen (benutzungspflichtiger Fahrradweg links) und bog vor mir rechts in eine Straße ab, kreuzte also meinen Radweg, bzw. meinen Übergang an der für mich grünen Ampel. Ich musste sehr stark bremsen um nicht gegen das Taxi zu fahren. Bei Km 3 fuhr ich auf einem benutzungspflichtigen Fahrradweg auf der rechten Seite. Dieser Weg ist vom Fußgängerweg mit einem kleinen und echt gefährlichen Höhenunterschied getrennt. Zudem ist der Fahrradweg auch noch viel zu schmal. Nur wenige Meter vor mir wollte ein entgegenkommendes Auto links in eine Auffahrt einfahren, mich also auch kreuzen. Dieser Autofahrer hat mich auch nicht gesehen, was sicher an den vielen Bäumen lag, die den Fahrradweg von der Straße trennen. Bremsen konnte ich nicht mehr, weil es dafür schon zu spät war. Als ich aber gerade auf der Höhe des PKWs war, hupte er sehr aggressiv. Ich muss zugeben dass ich mich, obschon ich eigentlich gewarnt war, sehr erschrocken habe und fast die Kontrolle über mein Rad verlor, da ich mit dem Vorderrad auf die Erhöhung zum Fußgängerweg gekommen bin. Den Fahrer habe ich dann zur Rede gestellt. Er hat sich aber gleich entschuldigt und versucht sich damit rauszureden, dass er mein Licht nicht gesehen hätte. Aber als ich mit ihm sprach, musste er sich die Hand vor den Augen halten, da mein sehr gut funktionierendes Licht (60 Lm und einer Reichweite von 60 Metern) ihn demensprechend geblendet hat. Ich habe die Entschuldigung zwar ausdrücklich angenommen, weil ich gemerkt habe, dass ihm das wirklich peinlich war, aber es dennoch nicht lassen können, ihm den Ratschlag zu geben erst einmal das Hirn einzuschalten, bevor man auf die Hupe drückt. Aber das ist ja bekanntlich das Problem von so manch einem Autofahrer. Bei Km 4,5 - der Fahrradweg ist immer noch viel zu schmal und mit einem Höhenunterschied vom Fußgängerweg getrennt - kamen mir plötzlich zwei dunkel gekleidete Fußgänger in die Quere. Die beiden sind einfach von einem Hauseingang über den Fußweg und dann dem Fahrradweg zu ihrem Auto gegangen. Mal zu schauen ob ein Fahrradfahrer kommt, kam ihnen natürlich nicht in den Sinn. Mit einer quietschenden Vollbremsung von ca. 25 Km/h auf ca. 3 Km/h konnte ich das Schlimmste vermeiden. Und jetzt ratet mal was geschah. Richtig; man gab mir die Schuld! Die beiden (ein älteres Pärchen) hätten mich ja nicht gesehen. Und überhaupt solle ich halt nicht so schnell fahren. Auf meine Frage, wie sie denn beurteilen könnten wie schnell ich gefahren sei, wenn sie mich nicht gesehen haben, erntete ich Beleidigungen. Und auf meine Anmerkung, das es dann ja auch ok sein, wenn ein Fußgänger ohne zu schauen die Straße kreuzt, da die Autofahrer halt nicht so schnell fahren müssten, wurde es mit den Beleidigungen noch schlimmer. Ich gebe zu, dass ich mich echt zurücknehmen musste um nicht Taten sprechen zu lassen. Ich habe aber meine Lehre daraus gezogen und unverzüglich in die Tat umgesetzt; den benutzungspflichtigen Radweg ignoriert, da er allen Anschein nach viel zu gefährlich ist und die Straße genutzt. Da ich ja auch ein kritikfähiger Mensch bin, habe ich die Kritik der schimpfenden Alten angenommen und meine Geschwindigkeit auf 10 Km/h gedrosselt. Natürlich war das auch nicht richtig, und wurde von meinen neu gewonnenen Freuden gleich mit einem Hupkonzert kommentiert. Vielleicht sollte ich solche Idioten das nächste Mal gleich über den Haufen fahren. Und da wundern sich so manche Leute noch darüber, dass einige Fahrradfahrer aggressiv werden?


Freitag, 29. Oktober 2010


Workshop für Kinder


Unter dem Motto "Mein Fahrrad hat einen Platten", findet am 03. November 2010 um 14:30 Uhr ein Fahrradworkshop im Verkehrszentrum des Deutschen Museums statt. Der Kostenbeitrag beläuft sich inkl. Material und Eintritt auf 4,50 Euro. Teilnehmer müssen sich telefonisch unter Tel. 089 / 500806-500 anmelden. Dieser Kurs kann laut Radlhauptstadt München ab einer Teilnehmerzahl von 15 Kindern auch individuell gebucht werden. Sicher eine sinnvolle Sache vor einer schönen und reißvollen Kulisse.

Donnerstag, 28. Oktober 2010


Criticle Mass

Freitag 29.10.2010,
17:30 Uhr
Aachener Weiher Köln


Ich habe heute via Mail mal wieder eine Einladung zur Critical Mass in Köln bekommen. Leider kann ich auf Grund der Entfernung nicht mitmachen, will aber meinen Blog-Besuchern das nicht vorenthalten:

"hallo ihr Lieben!

Halloween steht vor der Tür und damit auch das Ende des Monats Oktober. Das bedeutet: in Köln startet wieder mal eine Critical Mass und zwar morgen um 17:30, wie immer mit Treffpunkt am Aachener Weiher.

Unter dem Motto "Kölsche Geisterfahrer für eine autofreie Innenstadt" radeln wir wie gehabt unsere Runde und ihr seid alle eingeladen mit möglichst vielen Leuten und möglichst gruselig geschminkt /verkleidet mitzumachen!

Bitte an alle weitersagen die radeln können!

liebe Grüße, euer Cycle-or-die-Team"


Hier auch einige Fotos von den Aktionen in Köln.


Dienstag, 26. Oktober 2010


Abschlussveranstaltung Stadtradeln


Am vergangenen Samstag fand die Abschlussveranstaltung Stadtradeln im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München statt. Leider war diese Veranstaltung nicht besonders gut besucht, was ich aber auch erwartet habe. Die Leute die aber dort waren, haben sich vor der Preisverleihung bei Kaffe, Apfelschorle und Keksen an Stehtischen kennengelernt und – zumindest was meine Person angeht – sehr gut unterhalten. Man hat gleich gemerkt, dass die Bedürfnisse der einzelnen Radfahrer ganz unterschiedlich sind. An meinem Tisch gab es schon fast ein Streitgespräch zwischen zwei Radlern. Ein Mann meinte, man solle es so wie in Holland machen und Radwege teilweise auch über 3 Etagen bauen. Er hat an der Münchener Verkehrsführung für Fahrradfahrer kein gutes Haar gelassen und, wie ich es empfand, alles andere als konstruktiv argumentiert. Seine Gesprächspartnerin war da ganz anderer Meinung. Sie meinte, dass zwar einiges verbesserungsbedürftig sei, aber dennoch die Stadt und das Umland gut zu erradeln sei. Auf meinen Einwurf, dass sie nicht von sich auf andere Fahrradfahrer schließen darf, da sie ja recht sportlich zu sein scheint und jeden Tag mindestens 40 Km mit ihrem Drahtesel zurücklegen würde, was eine gewisse Sicherheit im Straßenverkehr bedeutet, gab sie mir aber Recht.

Pünktlich um 14:30 Uhr fing dann die offizielle Veranstaltung an. Eine Sprecherin des Museums eröffnete diese Preisverleihung mit einem Verkehrserziehungsfilm aus den 50er oder 60er Jahren – den Film konnte selbst das Museum nicht genau datieren. Ich habe selten so gelacht. Die Auffassung zum Verhalten im Verkehr war damals anscheinend so grotesk, dass ich mich echt wundere noch Überlebende des Straßenverkehrs aus dieser Zeit zu treffen. Es wurden natürlich auch Reden geschwungen. Diese waren das übliche Geschwafel, dem man keine Aufmerksamkeit schenken musste. Bei den Bewertungen gab es vier Kategorien:


a) Gewinner in der Stadtwertung

b) Gewinner in der Gruppenwertung

c) 3 ersten männlichen Gewinner der Kilometerleistung (München)

d) 3 ersten weiblichen Gewinner der Kilometerleistung (München)


In der Kategorie Stadtwertung


1. Platz München mit 168335 km / 24240 kg CO2

2. Platz Leipzig mit 157845 km / 22730 kg CO2 und

3. Platz Rheinberg mit 14694 km / 20548 kg CO2.


Natürlich alles ein Trugschluss, da nicht die Einwohnerzahl mit einberechnet wurde. Bei einer Auswertung Km pro Einwohner würde das sicher ganz anders ausschauen. Das soll man aber Ende Oktober hier nachlesen können. Bei der Statistik Km pro Teilnehmer ist München nur an 6. Stelle.

In der Wertung bei den Gruppen gewann, wie nicht anders zu erwarten, der ADFC mit 24300 geradelten Km. Die Überraschung gab es bei der Einzelwertung, was auch der Grund dafür war, dass man die Herren den Damen vorgezogen hat, obschon das eigentlich unüblich und unhöflich ist.

Der Mann mit den meisten Km hatte es auf ca. 1090 Km geschafft. Die Dame mit den meisten Km schaffte es sogar auf ca. 1130 km. Die genauen Zahlen habe ich leider nicht mehr im Kopf.

Zwei Dinge haben mich bei dieser Veranstaltung besonders erschreckt: anscheinend hält die Stadt München Radwege für besonders erstrebenswert. Zumindest wird auf einer Postkarte zur Bewerbung Münchens als Fahrradhauptstadt, die es dort zum mitnehmen gab, damit geprahlt, dass München unglaublich viele Km Fahrradwege hat. Allen Anschein nach hat denen noch niemand gesagt, dass Fahrradwege töten und überhaupt nicht erstrebenswert sind.


Und da wird doch glatt von einem Vertreter dieser Fahrradaktion gesagt, dass man noch nicht wissen, ob nächstes Jahr München wieder beim Stadtradeln mitmachen würde. Man sei noch mitten in den Überlegungen. Unglaublich! Einige Millionen in eine Fahrradkampagne reinstecken und sich Fahrradhauptstadt nennen wollen, dabei aber nicht einmal sicher sein, bei einer solchen Kampagne mitzumachen. Zumal München dieses Jahr doch gewonnen hat, sollte das für 2011 eine Selbstverständlichkeit sein.


Samstag, 23. Oktober 2010


Fahrradhauptstadt München

(aber nur für Hochleistungssportler?)

Ich habe mich immer für einen recht sportlichen Menschen gehalten. Zumindest überholen mich wenige Radler im Alltag und ich bin selbst am Berg oft schneller mit meinem Fixie als viele mit ihren Mountainbikes. Heute musste ich aber feststellen, dass allem Anschein nach dieses ein Trugschluss war. Sicherlich alles nur Zufall und vielleicht auch Mitleid mit mir als Neumünchener. Der Radlfahrer in München ist ein Hochleistungssportler mit einer technisch exzellenten Fahrmaschine als Fahrrad. Zumindest muss man diesen Eindruck gewinnen, wenn man sich diesen Radweg am Herkomerplatz anschaut.


Ich kann jetzt nur hoffen, dass ich als Looser auf dem Radl nicht aus der Stadt verbannt werde.