Sonntag, 14. November 2010


Eine Münchener Krankheit?

Fast alle Alltagsradler kennen das; man steht an einer roten Ampel und wird von anderen Radlern überholt, die ungeachtet der Verkehrsregeln die Kreuzung bei Rot überqueren. Besonders ärgerlich, da das oft sehr langsame Fahrradfahrer sind, die man dann anschließend mühevoll auf den schmalen Radwegen wieder überholen muss. In München stelle ich aber noch eine weitere Unsitte fest. Viele Fahrradfahrer stellen sich mitten auf eine Fahrradkreuzung um bei einer roten Ampel auf Grün zu warten, blockieren also somit den kreuzenden Radverkehr. Meiner subjektiven Beobachtung zur Folge scheinen das meistens ungeübte und unsichere Fahrradfahrer zu sein.



Kommentare:

radfahreralltag hat gesagt…

Dieses Verhalten kenne ich sehr gut! Auch in Köln beobachte ich das an vielen Stellen. Da hilft teilweise heftiges Klingeln, eine Gewähr für das Freimachen des Weges stellt dies aber nicht immer dar.
Neben der Gedankenlosigkeit dieser Radfahrer regt mich aber fast noch mehr der Umstand auf, dass an vielen Stellen aufgrund der Verkehrsführung für das Aufstellen zum Warten an einer roten Ampel kaum Platz bleibt. Eigentlich müsste der Radverkehr insbesondere an Kreuzungen vom Radweg auf die Straße geleitet werden, damit man sich richtig vor den Autos aufstellen kann.

Ulrike hat gesagt…

Mitdenken, Rücksichtnahme ist halt grad nicht so angesagt.
Und bei Leuten, die nur hin und wieder fahren, ist es wahrscheinlich einfach Gedankenlosigkeit.
Aber mein Vorkommentierer hat auch recht; es ist eh zu eng.

Zweiradler hat gesagt…

Stimmt, häufig ist neben der Fußgängerfurt grade mal Platz für ein oder zwei Radler. In Oldenburg habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass mit höherem Radfahreraufkommen auch mehr mitgedacht wird. Wahrscheinlich hat es da jeder schon mal erlebt, dass er einer klingelnden Horde im Weg steht. :)

Stockingers Bike Blog hat gesagt…

München ist ein Paradebeispiel für: "Ich will Erster sein an der Ampel". Und natürlich sind es dann die Rumeierer, die dann den Radweg immer kurz vor dem Umfallen entlangschleichen. Man kann das gleiche Schauspiel auch auf den Straßen beobachten. Alle fahren vor (an den Autos vorbei) und stellen sich dann vorne an der Halte- (Start-) linie auf. Kaum geht die Ampel auf gründ....Nichts. Man muß sich mühsam an den Wackelkandidaten vorbei zwängen und dann der Autodruck von hinten... Aber keiner steht halt gern in der zweiten oder gar dritten Reihe. Ich versuche hier immer demonstrativ Vorbild zu sein und stelle mich einfach an - hilft aber nix, bis jetzt.

Bike-Marzl hat gesagt…

......leider entdecke ich mich selber auch manchmal dabei, wie die Scheuklappen unten sind und ich andere blockiere, ob an der Ampel stehend oder doof abbiegend. Trotz aller Voraussicht und defensiver Fahrweise. Man kann nicht immer in Gedanken voll dabei sein. Aber richtig ist auf jeden Fall, dass es jede Menge Schnarchnasen gibt, die durch die Gegend eiern und alle anderen behindern. Das nervt, sowohl in München, als auch in Stuttgart oder hier in Kiel. Aber was solls, das wird sich ja nicht ändern, ich sehe das immer für mich selber als Aufgabe, darüber zu stehen und locker zu bleiben.

hamburgize.com hat gesagt…

Ich würde nicht den anderen Radfahrern anlasten den Querverkehr zu blockieren, sondern den Planern, die solche Kreuzungen bauen. Der Radfahrer hat auf solchen Radwegen, wie sie leider in vielen deutschen Städten zur Anwendung kommen, gar keine andere Wahl. Würd der Radfahrerpulk auf dem Bild oben sich weiter nach hinten aufstellen, würde der querende Fußgängerverkehr blockiert. Würden die Radfahrer sich noch weiter vor der Kreuzung aufstellen könnten sie u.U. das Lichtzeichen gar nicht mehr wahrnehmen, und selbst wenn, dann bräuchten sie bis zum erreichen der LZA so viele Sekunden, dass bei kurzer Grünphase kaum einer der Radfahrer an der LZA über die Kreuzung käme. Sollten diese Radfahrer dann also wieder zurückschieben aus Rücksicht gegenüber den RÜPELPLANERN, die solchen Murks bauen?

Für den Kfz-Verkehr steht die LZA schließlich vor der Konfliktfläche mit dem kreuzenden Verkehr bei der Haltelinie und nicht dahinter oder sonstwo versteckt. Wenden wir mal die Logik, wie Radfahrer behandelt werden, auf den Kfz-Verkehr an. Die LZA steht hinter der zu kreuzenden Straße und dort ist auch die Haltelinie. Die Autos fahren bei ROT bis zur Haltelinie und blockieren den Querverkehr. Jetzt appelieren wir alle an die Vernunft und Rücksichtnahme der Autofahrer, die sollten doch bitte vor der Kreuzung stehen bleiben und nicht an der Haltelinie hinter der Kreuzung. Wird keiner machen.

Wie wird das Problem für Radfahrer gelöst? RADFAHRSTREIFEN anwenden und auf unsinnige autoverkehrsgerechte Radwege verzichten.

Gegenbeispiel 1: Baut der RÜPELPLANER einen Radweg wie beim Link ( http://1.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TEcy0V12Z9I/AAAAAAAAAbo/dSgqm6Lfbk0/s1600/_1.jpg )laufen alle Fußgänger auf dem Radweg. Laut §25 StVO müssten die rücksichtsvollen Fußgänger aber auf die Fahrbahn ausweichen, nicht auf den Radweg.

Gegenbeispiel 2: Findet der Radfahrer einen Radweg wie im Link ( http://3.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TEcV3EVhbOI/AAAAAAAAAWY/WVAJajScOmE/s1600/__01.jpg - http://1.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TEcWTK7fm-I/AAAAAAAAAXY/cRMPfDmwdc8/s320/__09.jpg ) vor, fährt der überwiegende Teil Radfahrer nicht StVO-gerecht auf der Fahrbahn, sondern auf dem Gehweg. Alles Rüpelradler, oder was?

Gegenbeispiel 3: Baut der RÜPELPLANER einen unsichtbaren Radweg, laufen Fußgänger ahnungslos auf dem Radweg rum. Link: http://4.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TBolS2z4xjI/AAAAAAAAAEo/-_fTWhLGmjk/s320/_2.jpg - Alles Rüpelfüßgänger?

Gegenbeispiel 4: Gibt es für Fußgänger und Radfahrer insgesamt zu wenig Platz zum Wohle des Autoverkehrsflusses und zahlreicher Autoparkplätze, laufen Fußgänger selbstverständlich auf dem Radweg rum. Link: http://4.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TBolTbXyLiI/AAAAAAAAAFA/l2Yo1vtii6s/s1600/_7.jpg

Gegenbeispiel 5: Wer baut soche Radwege? http://www.hamburg.adfc.de/typo3temp/pics/53e1502064.jpg Sollen Radfahrer dort immer schön Rücksicht nehmen, absteigen, am Baum vorbeischeiben und weiterfahren?


Die LÖSUNG:
Selbsterklärende Kreuzung ohne Konflikte: http://www.hamburg.adfc.de/typo3temp/pics/bed89a16b8.jpg

http://www.hamburg.adfc.de/typo3temp/pics/aae1b2cd4f.jpg

hamburgize.com hat gesagt…

Ergänzend noch für die Münchner zwei schöne Beispiele:
http://www.hamburg.adfc.de/typo3temp/pics/50475cc239.jpg
http://www.hamburg.adfc.de/typo3temp/pics/2fa23850b8.jpg
Da stehen kreuzende Radler sich nicht im Weg ;-)

Und dann noch aktuell Beispiel, wie es nicht sein soll:
http://1.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TOpxxEg4efI/AAAAAAAAAyA/HwPzyzbcR6U/s1600/_02.jpg
http://4.bp.blogspot.com/_KbUBkXgAGbU/TOq6MtBqNsI/AAAAAAAAAyc/NDzPfh6cv1o/s1600/_09.JPG